Paket verloren

Dank Paketnachverfolgung beinahe aller großen Dienstleister (DHL, DPD, Hermes, u.a.) ist der endgültige Verlust von Paketen oder Päckchen auf dem Transportweg heutzutage deutlich seltener geworden. Leider kommt es aber dennoch vor, insbesondere wenn der Paketzusteller, das Paket „irgendwo“ abstellt.
Was ist also zu tun, wenn das Paket nicht angekommen und auch nicht wieder auffindbar ist? Und wer haftet, wenn es trotz Nachforschungen verschwunden bleibt? Alle Infos darüber gibt es hier in unserem Ratgeber.
Dabei ist zu beachten, dass es natürlich einen Unterschied zwischen einer privaten Sendung oder einer bestellten Lieferung von einem Händler gibt.


Schritt 1: Kontrolle der Sendungsverfolgung
Zwar ist auch die Sendungsverfolgung der Paketdienstleister nicht immer fehlerfrei oder aktuell, bei längeren Wartezeiten lohnt sich aber dennoch online einen Blick hineinzuwerfen, denn auch Verzögerungen, beispielsweise in Transportzentren werden hier mitunter angezeigt. Das gilt ebenso für den Fall, dass der Zusteller vielleicht Ihre Adresse nicht findet. In so einem Fall lassen sich meist Zusatzangaben machen oder im schlimmsten Fall das Paket noch umleiten (beispielsweise in eine Filiale).

Schritt 2: Nachforschungsauftrag
Grundsätzlich ist für solch einen Auftrag, der Absender des Pakets zuständig und sollte gestellt werden, wenn sich in der Sendungsverfolgung seit einer Woche nichts getan hat. Handelt es sich um eine Bestellung bei einem Unternehmen, die einfach nicht ankommen will, sollten Sie also zunächst den Kundenservice des Unternehmens kontaktieren, denn grundsätzlich liegt die Haftung für den Transport beim Händler. Diese können auch zeitnah einen neuen Versand veranlassen.
Die meisten großen Unternehmen sind in so einem Fall sehr kulant, denn oftmals werden Pakete nach einer Weile der Unzustellbarkeit oder nach Wiederauffinden an den Absender zurückgeschickt. Nur kann das eben recht lange dauern. Viele große Unternehmen warten das gar nicht ab, sondern schicken die Ware auf Wunsch einfach neu.

Tipps:
- weigert sich der Verkäufer einen Nachforschungsantrag zu stellen sind Sie selbst ebenfalls berechtigt einen Nachforschungsantrag stellen (§421 HGB)
- bei Händlern können Sie auch einfach die 14-tägige Widerrufsfrist nutzen und vom Kauf zurücktreten

Bei privaten Paketen sind natürlich grundsätzlich Sie selbst oder ggf. das Familienmitglied oder der Freund für die Nachforschung zuständig. Dazu wird ein Beleg über die Aufgabe des Pakets oder Päckchens (Quittung), ggf. die Sendungsnummer, Adresse des Empfängers/der Empfängerin sowie ein Beleg über den Wert des Inhalts benötigt. Die meisten Paketdienstleister bieten eine Nachverfolgung online an, Sie können das aber natürlich auch in einer Filiale oder per Mail an den Kundenservice veranlassen.

Das Paket taucht nicht wieder auf – bin ich versichert?

Grundsätzlich sind alle Pakete beim Versand versichert, allerdings ist die Höhe der Versicherung von Anbieter zu Anbieter etwas unterschiedlich:

DHL: bis zu 500 Euro
Hermes: bis zu 500 Euro
DPD: bis zu 520 Euro
GLS: bis zu 750 Euro

Achtung: Päckchen sind bei den meisten Paketdiensten nicht automatisch versichert, daher sollten Sie Wertgegenstände stets als Paket versenden.

Sollte das Paket also weiterhin verschwunden bleiben, sind die Paketdienste grundsätzlich zur Erstattung verpflichtet. Schwierig wird es allerdings, wenn der Wert des Pakets die Versicherung übersteigt. Wählen Sie in so einem Fall also unbedingt vorab eine höhere Versicherung, damit Sie vor Verlust geschützt sind.
Bei einer Nachforschung benötigen Sie außerdem ein wenig Geduld, drei bis vier Wochen kann es dauern. Hat die Nachforschung bis dahin kein Ergebnis gebracht, sollten Sie die Erstattung bzw. Schadensersatz verlangen. Dies sollte auch heutzutage noch schriftlich per Einschreiben erfolgen. Schließlich soll die Forderung ja nicht auch noch verschwinden.